Rezepturen


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Lithoponegrundierung:

 

 

Als Lithopone wird ein künstliches ungiftiges Weißpigment aus Bariumsulfat (Baryt, BaSO4) und Zinksulfid (ZnS) bezeichnet. Man erzeugt es in einem speziellen Herstellungsverfahren, bei dem beide Komponenten in einem Vorgang gefällt werden.

Je nach Gehalt an Zinksulfid werden verschiedene Arten von Lithopone unter-schieden.

 

Mit steigendem Zinksulfid (10 % bei Gelbsiegel bis 60 % bei Silbersiegel) Gehalt nimmt dabei auch dessen Helligkeit zu. Lithopone wird auch als Charltonweiß, Chinesisches Permanentweiß, Emailweiß, Schwefelzinkweiß oder Sulfidweiß bezeichnet.

 

 

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Entdeckt wurde Lithopone in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es wird heute noch bei Grundierungs- und Malerfarben sowie bei Spachtelmassen benutzt. Man findet es außerdem als Pigment in Pastellstiften, Ölfarben und Kunststoffdispersionen. Es ist ein gut lichtbeständiges, mit allen Pigmenten und Bindemitteln verträgliches und außerdem ungiftiges Pigment.

 

Lithopone + Bindemittel (Leimwasser) ergibt eine sehr gute Grundierung.

1. Wir nehmen Gelatinepulver oder Blattgelatine (Speisegelatine)  und rühren damit eine dünnflüssige wässrige

    Lösung an. Tapetenkleister (Methylcellulose) lässt sich ebenfalls zur Herstellung von Leimwasser verwenden.

   

2. In das Leimwasser rühren wir nun das Lithoponepulver.

 

3. Diese weiße Grundierfarbe verteilen wir mit einem Schwämmchen in kreisenden Bewegungen auf dem Papier. Ein Schaumstoff-

    Farbroller bzw. ein Flachpinsel können ebenfalls verwendet werden. Wenn wir einen Pinsel nehmen, empfiehlt es sich die Grun-

    dierung kreuzweise aufzutragen. Bitte lieber mehrere dünnen Anstriche, als einmal zu dick aufgetragen!

 

 

Das Leimwasser wurde früher in der Regel aus Hasenleim (Hautleim) hergestellt. Beim Hautleim handelt es sich um einen Glutinleim. Das Ausgangsmaterial Glutin findet man an Tierhäuten. In gereinigter Form wird es heute als Speisegelatine verwendet.

 

Andere Quellen berichten auch von der Verwendung von Gummiwasser (Gummi Arabicum in wässriger Lösung) als Bindemittel der Grundierungspigmente. Gummi Arabicum gibt es auch in Pulverform, welches sich in warmen Waser auflösen lässt.

 

 

Carta Tinta:

 

Die weiße Grundierfarbe kann man auch noch mit Farbpulver tönen. Daraus läßt sich dann eine stilechte Carta Tinta, ein farblich (häufig grau) getöntes Zeichenpapier erzeugen, indem man das Papier mit

der eingefärbten Grundierung bestreicht. Diese Carta Tinta war bei den Künstlern der Renaissance sehr beliebt.

Das im Handel erhältliche farbige Tonpapier ist leider für den Silberstift unbrauchbar.

 

 

 

 

Gebrauchsanleitung Hasenleim:

 

Falls Sie bei der Herstellung des Leimwassers den Hasenleim der alten Meister verwenden wollen, hier ist eine Anleitung:

 

1. Füllen Sie ein Glas zur Hälfte mit dem Hasenleimganulat. Anschließen gießen Sie Wasser dazu und zwar bis zur Höhe der Oberkante

    des Granulates. Lassen Sie das Ganze über Nacht einweichen.

 

2. Erhitzen Sie auf der Herdplatte einen Topf mit Wasser und stellen das Gefäß mit dem aufgeweichten Leim hinein und rühren gele- 

    gentlich mit einem Holzstab um. Bereits nach wenigen Minuten haben Sie einen gebrauchsfertigen Leim, der noch beliebig weiter mit

    Wasser verdünnt werden kann.

 

3. Machen Sie einige Experimente und bald haben Sie die für Ihre Arbeiten geeignete Leimkonsistenz. Der Leim soll nicht kochen.

    Wenn er kocht, kann er unbrauchbar werden.


Brauchen wir in den folgenden Tagen zusätzlichen Hasenleim, füllen wir unser Leimglas mit Leimgranulat nach, gießen  Wasser auf und lassen das Ganze wieder über Nacht einweichen. So können wir den Vorgang  immer wieder weiderholen. Zwischendurch das Leimglas mit einem Deckel verschließen.

 

 

Die Lithoponegrundierung ist heute 1. Wahl bei Silberstiftzeichnungen

 

 

Weitere Grundierungen:

 

Deckweiß:

Billiges Deckweiß aus der Tube wird in Wasser verdünnt und mit einem Schwämmchen kreuzweise dünn aufgetragen. Das Deckweiß enthält häufig Lithopone in unterschiedlichen Anteilen.

 

 

Zinkweiß Gouache

Zinkweiß aus der Tube (auch Zinkweisß Acryl- oder Aquarellfarbe), enthält Zinksulfit. das Ganze wird wie beim Deckweiß in Wasser verdünnt.

 

 

Gipsgrundierung: Gips + Bindemittel (Leimwasser)

Feiner Gips (= Calziumsulfat) aus dem Baumarkt, wird mit Leimwasser als Bindemittel angerührt.

 

 

Dispersionsgrund:

Dispersionsfarbe aus dem Baumarkt wird mit Wasser verdünnt und mit Schwamm, Farbroller oder Pinsell aufgetragen. Hier gilt es auszuprobieren und eine Farbe zu finden die Lithopone enthält.